Was ist passiert? Der Bundesgesetzgeber plant ein Sparpaket im Gesundheitswesen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat in dieser Woche durchgerechnet, was das konkret heißt: Im kommenden Jahr werden voraussichtlich rund 46 Millionen Behandlungsfälle in Deutschland ohne ausreichende finanzielle Deckung bleiben. Wir möchten Ihnen erklären, was das ist – und warum die Praxis trotzdem für Sie da ist.
Worum geht es konkret?
Hausärztinnen, Fachärzte und Psychotherapeuten in Deutschland behandeln pro Quartal viele Millionen Patientinnen und Patienten. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen den Praxen für jede dieser Behandlungen einen festen Betrag – aus einem gemeinsam ausgehandelten Topf, der „morbiditätsbedingte Gesamtvergütung“ heißt. Wenn die Politik diesen Topf nicht ausreichend mitwachsen lässt, während gleichzeitig mehr Menschen behandelt werden müssen (Stichworte: Alterung, Multimorbidität, neue Therapien), entsteht eine Lücke.
Die KBV beziffert diese Lücke für das kommende Jahr auf etwa 46 Millionen Behandlungsfälle. Das bedeutet nicht, dass diese Patienten nicht behandelt werden – sondern dass die Praxen die Leistung erbringen, ohne dafür eine angemessene Vergütung zu bekommen.
Was bedeutet das für Sie als Patient?
Kurzfristig: in der Regel zunächst nichts. Sie haben weiterhin Anspruch auf die volle medizinische Versorgung, und die Praxen werden diese Versorgung auch leisten – das ist berufsethisch und rechtlich so verankert.
Mittelfristig kann es jedoch Auswirkungen geben, wenn das Sparpaket so beschlossen wird:
- Wartezeiten auf Termine könnten in einzelnen Fachgebieten länger werden, weil Praxen ihre Sprechzeiten oder Personalstärke nicht beliebig ausweiten können.
- Investitionen in moderne Geräte, Digitalisierung oder Praxisräume werden für viele Kolleginnen und Kollegen schwieriger zu finanzieren.
- Niederlassungsbereitschaft jüngerer Ärztinnen und Ärzte sinkt, wenn der wirtschaftliche Druck zunimmt – das verschärft den ohnehin spürbaren Mangel insbesondere im hausärztlichen Bereich.
Wie geht die Praxis damit um?
Wir sehen unsere Aufgabe klar: Sie sollen die hochwertige, persönliche und gut erreichbare Versorgung bekommen, die Sie von uns kennen – unabhängig davon, wie das politische Spar-Tauziehen ausgeht. Konkret heißt das für uns:
- Wir halten unsere Sprechstunden und Erreichbarkeit stabil. Akute Beschwerden, Vorsorge und chronische Behandlungen laufen weiter wie gewohnt.
- Wir bauen unsere digitalen Services aus (Online-Terminanfrage, Rezeptbestellung, Überweisungsanforderung), damit Ihre Wege kurz bleiben und unsere Praxis-Ressourcen für die persönliche Betreuung frei werden.
Was können Sie selbst tun?
Patientinnen und Patienten haben in der gesundheitspolitischen Debatte oft mehr Stimme, als sie denken. Wenn Ihnen der Erhalt einer wohnortnahen, persönlichen ärztlichen Versorgung wichtig ist, können Sie das gegenüber Ihren Krankenkassen und – wenn Sie möchten – gegenüber der Bundespolitik artikulieren. Sachliche Patientenstimmen werden in Anhörungsprozessen wahrgenommen.
Und ganz praktisch: Halten Sie vereinbarte Termine möglichst ein oder sagen Sie rechtzeitig ab. Jeder freie Termin-Slot ist ein Slot für jemand anderen, der ihn dringend braucht. Das ist gelebte Solidarität im Sprechzimmer.
Wir bleiben für Sie da.
Die gesundheitspolitische Großwetterlage ist angespannt – das nehmen wir ernst. An unserem Anspruch ändert sich aber nichts: Internistische und hausärztliche Medizin auf hohem Niveau, persönlich, in Frankfurt-Westend.
Wenn Sie Fragen zu Ihrer eigenen Versorgung haben oder einen Termin benötigen, sprechen Sie uns gern an oder nutzen Sie unsere Online-Terminanfrage. Für Rezepte und Überweisungen finden Sie ebenfalls direkte Wege unter Rezeptbestellung und Überweisung anfordern.
Ihr Team der Praxis
